Ariane : www.lerncoach-nlp.de - Dr. Franz Karig
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Schwierig erscheint auch die Umsetzung
gesprochener Rechenoperationen zu den
Rechenzeichen (mehr, weniger, mal, weg,
dazu usw.) oder deren zeichnerische Umsetzung.

(zitiert nach BundesVerband Legasthenie e.V.)

Für viele Kinder, die ansonsten fit sind, stellen die Anforderungen der Grundschule große Hindernisse dar. Es geht um den Umgang mit Buchstaben und Zahlen. Diese Hindernisse bleiben oft ein Leben lang bestehen und beeinflussen die Lebenskarriere. Mangelnde Lese- und Rechtschreibkenntnisse gehören dazu. Sie wirken sich oft auch auf andere Fächer, z.B. das Rechnen, aus.

Ariane, 11 Jahre, klagte bei Sach-/Textaufgaben regelmäßig: „Ich habe keinen Schimmer mehr, was ich gerade gelesen habe." Das hinderte sie am raschen Lösen der Textaufgaben. Sie hatte vor allem Probleme mit der Umsetzung von gesprochenen Rechenoperationen. Sie hörte einfach nicht heraus, was gemeint war mit mathe-matisch bedeutsamen „Codewörtern" wie mehr/mehr als, weniger/weniger als, mal, zusammen/gemeinsam/ dazu, weg, je, genau so viel, addieren, subtrahieren usw., die wichtige Bestandteile der Sach-/Textaufgaben darstellen.

Die erarbeitete Lösung wird hier an Hand einer Übung dargestellt - in folgenden Schritten:

-   Stell dir deinen Inneren Bildschirm (d. h. eine
    Fläche, z. B. einen Fernseher) vor.

-   Lass nun das Wort "mehr" geschrieben
    erscheinen.

-   Schau dir an, welche sichtbaren Bilder oder Zeichen
    oder Symbole dein Gehirn dir dazu bereitstellt.  Sie
    verkörpern die „Bedeutung". Welche Körperempfin-
    dungen (Gefühle und Bewegungsimpulse) sind damit
    verbunden?
    An dieser Stelle empfiehlt es sich, die innerlich
    wahrgenommenen Bilder usw. auf Papier abmalen
    oder abschreiben zu lassen.

Damit wird für den Lehrer/Berater sichtbar, welche Korrekturen ggf. gemacht werden müssen (z. B. fehlende, fehlerhafte, missver-
standene und missverständliche Speicherungen).

-   Und schau dir auch die Bedeutungs-Bilder von "mehr als" an.

-   Vergleiche die innerlich wahrgenommenen Bilder der beiden Begriffe miteinander.

Nun ist klar, dass mit den „Codewörtern" innere Wahrnehmungen verbunden sind, zu denen auch die mathema-tischen Zeichen gehören. Man kann sie mental nur dann anschauen, wenn sie im Gehirn - im „Inneren Mathebuch" - gespeichert vorliegen. Zuvor müssen sie eingespeichert worden sein - wenn nicht, dann ist jetzt die Zeit dazu gekommen.  Die Innere Bildfläche stellt dafür ein hervorragendes Medium dar.

Bei Ariane fehlten etliche jener mathematisch bedeutsamen „Codewörter" im „Inneren Mathebuch". Bei einem von ihnen war die Speicherung zudem nicht eindeutig. Wir haben sie nach und nach eingespeichert bzw. korrigiert, und Arianes Sicherheit beim Lösen der Mathe-Aufgaben ist seitdem sehr gewachsen.

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